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Brandanschlag in Wien: Polozeiautos angezündet

Brandanschlag in Wien: Mithilfe von Brandbeschleunigern haben immer noch unbekannte Täter in der Leopoldstadt sechs abgestellte Dienstfahrzeuge der Polizei angezündet.

Anschläge auf die Exekutive sind aufs Schärfste zu verurteilen

VP-Taborsky

Zu diesem Brandanschlag auf die Polizei kam es in der Nacht auf heute vor einem Gebäude des Innenministeriums in der Leopoldstadt, in Wien. Sechs abgestellte Dienstfahrzeuge der Polizei angezündet. Bei einem weiteren Anschlag wurde eine Scheibe eingeschlagen und ebenfalls versucht, Feuer zu legen. Hintergründe sind immer noch unklar, LVT ermittelt.

Alarm um 1. 30 Uhr

Der Brandanschlag in Wien passierte in der Nacht auf Montag. Die Wiener Berufsfeuerwehr war gegen 1.30 Uhr alarmiert worden. Sie rückte mit zwei Löschgruppen- und einem Atemschutzfahrzeug aus, wie ein Sprecher der Berufsfeuerwehr sagte. 15 Kräfte bekämpften rund eine Dreiviertelstunde die Flammen über zwei Löschleitungen und mit Atemschutz.

Das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) und die Brandgruppe des Wiener Landeskriminalamts haben die Ermittlungen übernommen. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Brandstiftung und der Sachbeschädigung. Kriminaltechnische Untersuchungen am Brandort und die Auswertung von Videoaufnahmen aus der Tatnacht sollen weitere Aufschlüsse bringen. Auch Augenzeugen werden gesucht.

Brandanschlag in Wien – Details nach Inferno

Noch ist unklar, wer und mit welchem Ziel hinter der Brandstiftung steckt. Wie Krone berichtet, es verdichten sich nun auch die Hinweise darauf, dass es sich bei der mutmaßlichen Brandstiftung gegen Dienstwägen um eine gezielte Aktion gegen die führenden Kräfte zur Bekämpfung des Schlepperwesens gehandelt hatte. Aus welcher Richtung, ist allerdings noch völlig unklar.

Laut Polizei-Insidern könne noch nicht gesagt werden, ob die Aktion etwa einer radikalen politischen Gruppe, einem Einzeltäter oder etwa direkt Menschenhändlern bzw. der Schlepper-Mafia zuzuschreiben ist. Nach wie vor werden Zeugen des mutmaßlichen Anschlags, bei dem auch ein Feuerwehrmann verletzt wurde, gesucht.

Überwachungsvideos gibt es bislang nicht, lediglich einige Passanten hatten das nächtliche Inferno mitgefilmt.

Die VP Wien fordert eine rasche Aufklärung

„Die Polizei ist einer der Grundpfeiler unseres Staates. Anschläge auf die Polizei sind Anschläge gegen die Republik und aufs Schärfste zu verurteilen“, zeigt sich der Sicherheitssprecher der ÖVP Wien, Landtagsabgeordneter Hannes Taborsky, schockiert über den Brandanschlag auf sieben parkende Autos in der Leopoldstadt in der Nacht auf Montag.

Da der Anschlag auf die zivilen Polizeiautos direkt vor dem Joint Operation Office – der zentralen Stelle zur Bekämpfung von Menschenhandel und Schlepperei – stattgefunden hat, vermutet die Polizei einen Angriff der Schlepper-Mafia.

„Offensichtlich ist einigen Personen das konsequente Vorgehen der ÖVP gegen illegale Migration und Schlepperunwesen ein Dorn im Auge. Wir werden uns von unserem klaren Weg durch Anschläge nicht abbringen lassen. Ein konsequentes Vorgehen von Kanzler und Innenminister gegen die Schlepper ist die einzig richtige Antwort. Wir haben eine hervorragende Exekutive und die Volkspartei Wien steht ganz klar hinter allen Polizistinnen und Polizisten“, so Taborsky und fordert eine rasche und lückenlose Aufklärung der Brandstiftung.

Stoffreste als erstes Indiz

Ein Indiz liegt für die Ermittler jedenfalls in Textilien, die unter einem der Fahrzeuge (fünf zivile Polizeiautos des Bundeskriminalamtes sowie ein Streifenwagen wurden angezündet) gefunden wurden – es dürfte sich um Stoffreste eines der Brandsätze handeln. Solche Textilien würden „immer wieder“ mit brandbeschleunigenden Flüssigkeiten getränkt, um Radkästen damit in Brand zu setzen, man kenne diese Vorgehensweise aus der Vergangenheit, heißt es.

Auf diese Weise könnten von mehreren am Gehsteig hockenden Tätern gleichzeitig Brände gelegt werden – außerdem komme es aufgrund der Materialbeschaffenheit relativ schnell zum Vollbrand des Fahrzeuges. Von der näheren Auswertung der Überreste des Brandsatzes erhoffen sich Ermittler nun genauere Informationen.

Auch der Ort des Anschlages in der Kleinen Stadtgutgasse dürfte ganz gezielt gewählt worden sein: eine Einbahnführung vor dem sogenannten Joint Operational Office, der zentralen Stelle zur Bekämpfung von Menschenhandel und Schlepperei. An der Straße stehen Halteverbotsschilder mit den typischen Ausnahmeregelungen für Polizeifahrzeuge und hinter den Windschutzschreiben lagen auch Polizei-Plaketten.

Der beim Löscheinsatz verletzte Feuerwehrmann wurde zum Glück nur leicht verletzt und konnte bereits in häusliche Pflege entlassen werden. In Ermittlerkreisen lässt die Aktion dennoch die Alarmglocken schrillen, die Angriffe auf die Polizei würden spürbar heftiger, heißt es – zuletzt kam es, wie Krone berichtet, Ende 2021 in Linz zu einem ähnlichen Vorfall.

Neben Innenminister Gerhard Karner („hinterhältiger Angriff“) äußerte sich auch Bundeskanzler Karl Nehammer: „Die Bilder des Brandanschlages in der Leopoldstadt sind schockierend. Danke an alle, die auf Hochtouren arbeiten, um Täter auszuforschen und zur Verantwortung zu ziehen!“

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