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Ist das das Ende der Corona-Pandemie?

Mit dem Rückgang der Zahl der Covid-Infizierten sowie der Zahl der Todesfälle entscheiden sich viele für Minderungsmaßnahmen. Eine Vielzahl von Ländern öffnet wieder, aber es gibt auch Fälle, in denen die Zahl der Infizierten wieder wächst.

Seit mehr als zwei Jahren bestimmt die Coronavirus-Pandemie weltweit das politische Handeln. In einigen Ländern scheint das Ende der Barriere in Sicht zu sein – wobei es große regionale Unterschiede gibt. 

Wir geben Ihnen einen Überblick über aktuelle Lockerungen.

Touristen sind wieder willkommen

Australien gehört zu den Ländern, in denen seit langem die strengsten Maßnahmen gelten. Die Regierung in Canberra hat im März 2020 ihre Grenzen komplett geschlossen. Ausnahmen gelten nur für ihre Staatsbürger und Personen mit einer australischen Aufenthaltserlaubnis. Doch jetzt öffnet das Land seine Grenzen wieder für Touristen. Ab diesem Montag (21. Februar) können alle, die vollständig gegen Covid geimpft wurden, wieder nach Australien einreisen.

Auch Neuseeland öffnet. Seit Beginn der Pandemie hat sich dieses Land für Isolation und gelegentlich für „Null-Corona-Toleranz“ entschieden. Ab Ende dieses Monats dürfen Neuseeländer sowie ausländische Experten und Studenten wieder einreisen, ab Oktober auch ausländische Touristen. Die Isolation nach der Einreise nach Neuseeland ist weiterhin obligatorisch, kann aber auch zu Hause erfolgen. Lediglich Ungeimpfte werden weiterhin in Quarantänehotels untergebracht.

Israel hingegen hat den größten Schritt nach vorne gemacht, wenn es um Gäste aus aller Welt geht. Ab dem 1. März können ungeimpfte Touristen wieder ins Land einreisen. Es werden nur zwei PCR-Tests benötigt – einer kurz vor dem Flug und einer nach der Landung in Israel.

Der globale Süden hat seine Lösungen

Geschlossene Grenzen in Südafrika waren auch ein politisches Thema:

Nachdem bekannt wurde, dass die omicron-Variante in diesem Land auftaucht, haben unter anderem die Vereinigten Staaten und europäische Länder Ende 2021 ein Einreiseverbot für Menschen aus diesem Land eingeführt. Das löste einen Sturm der Empörung aus. Viele fühlten, dass Afrika wieder einmal bestraft worden war.

Die Welle der omicron-Varianten wurde nun offiziell für beendet erklärt, in den kommenden Tagen sollen die letzten Beschränkungen – mit Ausnahme der Maskenpflicht – aufgehoben werden. Südafrikanische Wissenschaftler entwickeln jetzt ihre eigenen Impfstoffe, einschließlich mRNA-Impfstoffe. Übrigens wollen sie angesichts der ungerechten Verteilung von Impfstoffen ihre Technologien mit anderen Ländern des globalen Südens teilen.

Zum Beispiel mit Brasilien. Mit etwa 600.000 Todesfällen hat das Land eine der höchsten Corona-Sterblichkeitsraten der Welt. Nach anfänglichem Zögern wurde in Brasilien eine beeindruckende Impfkampagne gestartet. Etwa 82 Prozent der Bevölkerung wurden zweimal geimpft, und Impfstoffe für Kinder ab fünf Jahren sind verfügbar, ebenso wie die sogenannten. Auffrischungsdosen. Das ist deutlich mehr als im Weltdurchschnitt und höher als beispielsweise in Deutschland, wo nur 74 % der Bevölkerung vollständig geimpft sind.

Optimismus in einigen Teilen Europas

Auch die Tatsache, dass sich die britische Königin mit Covid angesteckt hat, hindert die dortige Regierung nicht daran, die Maßnahmen weiter zu lockern. Seit dieser Woche müssen sich Covid-19-Infizierte nicht mehr isolieren. Bisher mussten die Infizierten zehn Tage in Isolation verbringen. Die dortige Bevölkerung nimmt die Signale aus London dankbar an: Kneipen im ganzen Land sind wieder voll – die Abstands- und Maskenpflicht wurde abgeschafft.

Dänemark erlebt derzeit etwas Ähnliches. Obwohl die Zahl der Menschen, die positiv für Corona sind, zunimmt und die Zahl der Todesfälle zunimmt, hat die Regierung in Kopenhagen beschlossen, die Maßnahmen zu lockern. Die dänische Ministerpräsidentin Meta Frederiksen hat in den vergangenen Tagen die Aufhebung aller Beschränkungen und einen „Übergang in eine neue Ära“ angekündigt – auch ohne Maskenpflicht.

Diese Pflicht gilt jedoch weiterhin in Österreich, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften und Banken, Apotheken, Postämtern und Krankenhäusern. Dennoch macht die Alpenrepublik große Schritte in Richtung Öffnung. Die Regierung in Wien hat beschlossen, bei einer Reihe von Maßnahmen nachzugeben. Ab dem 5. März werden fast alle Maßnahmen abgeschafft. Ab diesem Datum kann jeder wieder in Restaurants, Hotels und Fitnessstudios gehen, ohne Test-, Impf- oder Krankheitsnachweis. Auch die Ausgangssperre wird aufgehoben, alle öffentlichen Veranstaltungen können wieder ohne Einschränkungen stattfinden.

Hongkong als warnendes Beispiel

Und in Deutschland sollen nach dem Plan von Bund und Ländern die meisten Beschränkungen rund um die Corona schrittweise bis zum 20. März aufgehoben werden. Grundlegende Schutzmaßnahmen könnten jedoch bestehen bleiben, etwa die Maskenpflicht in Innenräumen, in Bussen und Bahnen sowie Tests. Deutschland versucht, neue Rechtsgrundlagen zu finden, damit sie für das gesamte Staatsgebiet gelten. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach mahnt jedoch trotz umfassender Lockerungen unermüdlich zur Vorsicht.

Die Entwicklung der Situation in Südostasien in diesen Tagen zeigt, dass solche warnenden Stimmen berechtigt sind. Das Gesundheitssystem in Hongkong etwa ist durch die neue Corona-Welle überlastet. Die dortigen Behörden verzeichneten Anfang der Woche innerhalb von 24 Stunden mehr als 6.000 neue Fälle. Das ist ein Rekord für eine Metropole, die bisher eine relativ milde Pandemie durchgemacht hat. Einer der Gründe könnte die geringe Zahl der Geimpften über 70 Jahren sein, etwa 55 Prozent.

Darüber hinaus wurden in Hongkong am häufigsten chinesische Impfstoffe verwendet, die weniger wirksam sind als europäische oder amerikanische. Um die Masse an neuen Patienten medizinisch versorgen zu können, wurden drei Hotels mit insgesamt 20.000 Betten schnellstmöglich in provisorische Isolationszentren umgewandelt. Zudem wurden starke Einschränkungen des öffentlichen Lebens wieder eingeführt. Restaurants, Friseure und religiöse Einrichtungen wurden geschlossen und Versammlungen von Mitgliedern aus mehr als zwei Haushalten verboten.

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