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Sarco, eine 3D-gedruckte Selbstmordkapsel, wurde in der Schweiz zugelassen (mit VIDEO)

Ein seit Jahrzehnten heiß diskutiertes Thema: Euthanasie, auch Sterbehilfe genannt. Doch die Rechtslage ist in jedem Land anders. Wer sich einen Überblick über die geltenden Regelungen verschaffen will, muss nicht nur Begriffe wie Suizid, aktive und passive Sterbehilfe, Euthanasie etc. unterscheiden können, sondern auch die länderspezifischen Betreuungskriterien kennen.

Tatsache ist jedoch, dass immer mehr Länder die Sterbehilfe gesetzlich neu regeln. Allein 2021 wurde das Gesetz in Spanien und Österreich zugunsten des Zugangs zur Sterbehilfe neu definiert. In der Schweiz ist Sterbehilfe nicht nur für Schweizerinnen und Schweizer selbst, sondern auch für Personen aus dem Ausland legal. Nun wurde eine 3D-gedruckte Selbstmordkapsel namens Sarco als neue Option im Land zugelassen.

In der Schweiz gibt es mit Exit und Dignitas zwei grosse Vereine, die Menschen bei Sterbehilfe begleiten. Sterbewillige Menschen werden von einer Suizidbegleitung begleitet, bis sie nach ärztlicher Abklärung selbst ein verschreibungspflichtiges Mittel einnehmen. Normalerweise wird flüssiges Natriumpentobarbital in einem Glas Wasser eingenommen. Die Person schläft nach zwei bis fünf Minuten im tiefen Koma ein, bis sie kurze Zeit später stirbt. Eine neue Alternative zu diesem Verfahren soll „Sarco“ bieten: eine 3D-gedruckte Euthanasiekapsel, die speziell für ein friedlicheres Sterben entwickelt wurde.

Sarco – die 3D-gedruckte Maschine mit attraktivem Design

Die Idee, Sterbehilfe einer Maschine zu überlassen, stammt vom Australier Dr. Philip Nitschke. Jahrelang überlegte die selbsternannte Sterbehilfe-Aktivistin, wie sie den Stempel des „Todesengels“ und den daraus resultierenden Druck von Ärzten und Pflegepersonal nehmen kann. Für ihn war klar, dass Sterbewillige selbstständig Selbstmord begehen können sollten, ohne auf Hilfe angewiesen zu sein oder auf unmenschliche Sterbemethoden zurückgreifen zu müssen. Mit seiner Idee wandte er sich schließlich an den niederländischen Produktdesigner Alexander Bannink, um gemeinsam den Sarco zu entwerfen. Im Mittelpunkt der Entwicklung stand laut Bannink das Design von Sarco, das auf den ersten Blick an eine Schlafkapsel aus einem Science-Fiction-Streifen oder an einen utopischen Sarg erinnert.

Die Funktionsweise von Sarco soll aufgrund des Produktdesigns selbsterklärend sein, damit die Methode weltweite Akzeptanz findet. Die ersten Sarco-Prototypen wurden mit einem Bigrep Studio-3D-Drucker hergestellt. Die Initiative besagt, dass zur Herstellung biologisch abbaubares Holzamalgam verwendet wird. Der obere Teil der Kapsel kann auch abgenommen und als Sarg verwendet werden. Der Einsatz von 3D-Druck zur Herstellung von Sarco bietet laut Bannink nicht nur konstruktionsspezifische Vorteile, sondern reduziert auch den menschlichen Arbeitsaufwand bei der Herstellung der Kapsel. Ziel sei es, das Produktdesign kommerziell zu vertreiben. Die Kapsel könnte dann am gewünschten Ort hergestellt werden.

Wie konnte jemand diese Kapsel zum Sterben benutzen?

Ein großer Vorteil der Kapsel ist, dass sie überall hin transportiert werden kann. So sollen Sterbende ihren Sterbeort frei wählen können. Ist Sarco installiert, betritt die Person die Kapsel, schließt die Türen und aktiviert den Vorgang per Knopfdruck. Anschließend wird der Innenraum mit Stickstoff geflutet, wodurch der Sauerstoffgehalt von 21 auf 1 Prozent reduziert wird. Als Ergebnis verliere die Person innerhalb von 30 Sekunden das Bewusstsein, sagte er. Die Erfahrung löst keine Panik aus, im Gegenteil, die Person kann sich desorientiert und euphorisch fühlen. Dann tritt nach 5-10 Minuten der Tod aufgrund von Hypoxie und Hypokapnie ein.

Bisher gibt es keine offiziellen Informationen zur Verbreitung von Sarco. Dr. Philip Nitschke ist jedoch optimistisch, dass Sarco im nächsten Jahr in der Schweiz erhältlich sein wird. Aus offizieller Sicht steht der Verwendung der Kapsel also nichts im Wege. Ein „Sarco“-Prototyp ist bis Februar 2022 im Museum für Sepulkralkultur in Kassel zu sehen. Weitere Informationen zu Sarco finden Sie HIER.

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*Alle Bildnachweise: Sarco

 

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