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Wieder Lockdown in Deutschland?

In Deutschland sind am vergangenen Wochenende Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Corona-Maßnahmen und die Ankündigung einer Impfpflicht zu protestieren. Wissenschaftler warnen davor, dass der Omicron-Stamm eine strenge Sperrung erfordern könnte.

Deutschlandweit gelten die sogenannten 2G-Regeln, wonach nur Geimpfte und Genesene Zutritt zu Restaurants, Veranstaltungen, Fitnessstudios, Kinos haben – Ungeimpfte dürfen praktisch nur in Supermärkte, Apotheken und Drogerien.

Auch der neue Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat voraussichtlich ab Februar Diskussionen über die Einführung einer Impfpflicht für alle angestoßen.

Sein Gesundheitsminister Karl Lauterbach, bekannt als Befürworter härterer Maßnahmen, schloss bisher einen harten Lockdown des Landes in den Weihnachtsferien aus.

In einem Kommentar heißt es im RND-Mediennetzwerk, viele Gegner der Corona-Maßnahmen seien besorgt und verunsichert, wenn es um Impfungen gehen soll.

„Für andere Teile der Gesellschaft ist die Corona jedoch nur ein Anlass, Distanz, wenn nicht gar Feindschaft gegenüber einem demokratischen Staat zu beweisen. Die Flüchtlingskrise war der erste Grund. Ein anderer ist der Klimawandel. „Einige der militanten Proteste werden von einer irrationalen Haltung gegenüber der Wissenschaft begleitet“, heißt es in dem Kommentar.

Omicron führt den Lockdown an?

Wissenschaftler und Beamte sind besorgt über das Auftreten des Omicron-Stammes, von dem angenommen wird, dass er bald die Delta-Variante des Virus unterdrückt. Obwohl es noch keine endgültigen Daten gibt, scheint omicron viel ansteckender zu sein.

„Wenn wir unvorsichtig sind, werden wir mit Omicron mit Sicherheit täglich Hunderttausende Neuinfektionen haben“, behauptet Mathematikprofessor Kristan Schneider, einer der angesehenen Experten in der Entwicklung von Epidemiemodellen.

Das Worst-Case-Szenario sei nach seinen Berechnungen, dass Omicron 60 Prozent ansteckender sei als das Delta – dann würden bis zu 700.000 Infektionen pro Tag auf Deutschland warten. Der aktuelle Rekord liegt bei etwa 70.000 Infektionen, die durch Tests innerhalb von 24 Stunden festgestellt wurden.

Es werden immer mehr Forderungen laut, zusätzliche Beschränkungen einzuführen, unabhängig von der festen Impfrate.

Proteste im ganzen Land

„Wo ist deine rote Linie?“ war eines der Spruchbänder in der Menge in Nürnberg. Dort versammelten sich laut Polizei am Sonntag über zehntausend Menschen, um gegen die Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung der Pandemie zu protestieren.

Die Kundgebung verlief friedlich und neben Beleidigungen gegen starke Polizeikräfte wurden auch mehrere Delikte gemeldet, wie das Tragen von Phantomen oder Sprays zur Abwehr von Tieren. Vergeblich warnte die Polizei die Teilnehmer jedoch über ein Megaphon, dass bei solchen Versammlungen Abstand und das Tragen einer medizinischen Maske vorgeschrieben sei.

Ein Reporter des Bayerischen Staatsdienstes stellte die Anwesenheit mehrerer Gruppen von Hooligans, Neonazis und Mitgliedern der sogenannten Identitätsbewegung und der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands fest.

Lebhaft war es in der bayerischen Großstadt, weil eine Protestkundgebung stattfand, zu der die oppositionelle Alternative für Deutschland aufgerufen hatte, deren Führer die Maskenpflicht und das Betreten von Restaurants und anderen Lokalen für Ungeimpfte kritisierten. Auch rund 2.000 ihrer Gegner versammelten sich, rief das Bündnis gegen Rechtsextremismus auf.

Eine Woche vor Weihnachten und am Samstag gab es in Hamburg, Berlin, Schwerin, Dresden und Cottbus kleinere und größere Versammlungen von Gegnern der Corona-Maßnahmen. In letzterem waren 15 Personen inhaftiert, die von der Polizei dem rechtsextremen Milieu zugeordnet wurden. Sie griffen die Polizei verbal an und setzten Pyrotechnik ein.

70 % der Geimpften – 70 % befürworten eine Impfpflicht

In Deutschland erhielten etwas mehr als 70 Prozent der Menschen mindestens zwei Dosen des Impfstoffs, 30 Prozent erhielten die dritte Dosis. Die Impfung von Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren hat letzte Woche begonnen, obwohl die Ständige Impfkommission empfiehlt, Kleinkinder nur bei chronischen Erkrankungen zu impfen. Laut neuesten Umfragen befürworten rund 70 Prozent der Deutschen die Einführung einer Impfpflicht.

 

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